Salon 170

Interkulturelle Annäherung

Justin Huggler – Irak

Der beeindruckende Salon von Justin über den Irak ist uns wohl allen in die Knochen gefahren. Ich bin sehr froh, dass Justin seine Gedanken mit uns geteilt hat - und darüber, WIE er sie mit uns geteilt hat. Auch darüber dass durch die tief reichenden Einsichten und die Intensität seiner Schilderungen die Art unserer Diskussion weit entfernt war von dem , was Goethe so sarkastisch beschrieben hat, dem Lustgruseln der Kleinbürger nämlich, die sich Sonntags über Kriege in anderen Ländern unterhalten. Ich war sehr dankbar über diesen Salon, denn ich gehöre zu den Vermeidern , denen es schwer fällt, sich diesen Themen zu stellen.

Wir können nicht fassen, aber "nachvollziehen”, wie solche Kriege entstehen, doch wer bringt uns bei, wie man Frieden erschafft und hält? Die große Sehnsucht der "Internationale”, dass die Menschheit näher zusammenrückt und die Welt-probleme solidarisch löst … jeder kleinste Beitrag zählt. Nicht nur Handel, wirtschaftliche Entwicklung und Kommunikation. Musik zählt auch . Ekkehart Krippendorff hat uns in seinem Lebensfäden-Salon von jenem Konzert in den U.S.A. erzählt, das möglicherweise einen Krieg verhindert hat. Barenboim hat sein Diwan Orchester geschaffen, um Isrealis und Palästinenser einander näherzubringen. Auch wenn es im Irak dafür im Moment keine Chance gibtt: Kulturelle Annäherung ist friedenswichtig.

Ich schreibe Euch deshalb nochmal eine Extramail über MahanisTeaves Musikschulprojekt auf der Osterinsel. Mahani ist die bekannteste chilenische Pianistin – sie hat unserem Salon die Ehre erwiesen mit einem Liszt –Abend und mit einem Vortrag als Botschafterin über die Osterinsel, wo sie geboren wurde. Wer dort Musik derzeit Musik lernen möchte, muss weit weggehen von zu Hause. Mahani ist wild entschlossen, die kulturelle Isolation der Osterinsel, wo sie geboren ist, zu durchbrechen. Die Mail ist ein Spendenaufruf, und wer Mahani erlebt hat, macht das sicher!!! Hier könnt Ihr googeln: www.igg.me/at/toki. Den Spendenaufruf schicke ich nochmal extra.

Kulturelle Annäherung geschieht über persönliche Kontakte dieser Art, und dazu gehören auch die Kontakte, die über Migration entstehen. Ich habe zwar Schwierigkeiten mit platten Behauptungen wie der Islam "gehöre zu Deutschland. Aber Döner, Pizza und Spaghetti, Couscous, Houmus und Fallafel? Gerne! Bei meiner "Einwanderung” aus dem Saarland nach Berlin ist mir neben der Angst vor der Großstadt die Umstellung beim Essen am schwersten gefallen. Aber juhu – jetzt liegt Flammkuchen liegt sogar im Aldi-Regal... und dank des arabischen Elfi Supermarkts gegenüber kann ich Houmus machen. Andere Wege sind länger. Vor allem wenn man über 600 Regeln einhalten muss...