Mit Lao Tse ist es ein bisschen wie mit Shakespeare. Er war offensichtlich eine Gruppe. Ich habe zwar durchaus ebenfalls eine multiple Identität, aber ein Mensch allein reicht vermutlich dann doch nicht für so viele gute, große Gedanken. Das Tao: Unbenennbar, weiblich, sich selbst folgend, Natur. Prof. Yang hat uns das Unbegreifliche am Tao fast begreiflich gemacht, indem er gar nicht erst versucht hat, es uns begreiflich zu machen. Eine der vielen wunderbaren Paradoxien des Tao. Dass Nichts tun ein Ausgangspunkt ist, habe ich als Gedanken gleich mal in meinen Job eingebaut - das kann im Konfliktfall sehr nützlich sein. Der Salon, ich stelle es immer wieder fest, ist meine wichtigste Fortbildungsveranstaltung, und zwar wohl, weil es keine Fortbildungsveranstaltung ist. Wenn ich nicht muss, lerne ich am meisten...
Danke, Herr Prof. Yang, für diese große Inspiration!
Ein Satz aus dem Tao Te King wurde so übersetzt:
Sorge dich um den Beifall der Leute, und du wirst ihr Gefangener sein. Das hat Avigail mal sehr schön beschrieben, wenn es um Musizieren vor Publikum geht. Damit man die Dinge geschehen lassen kann, sich einlassen kann auf die Musik selbst, ist es im irdischen Leben sehr wichtig, gut vorbereitet zu sein. Sonst kann man im Konzert nicht eins mit dem Tao sein… und dann geschieht nichts Großes.
Da dachten wir uns, bevor Avigail am Sonntag abend nach Südafrika fliegt, um dort mit den Johannesburger Philharmonikern das Violinkonzert von Tschaikowsky zu spielen, spielt sie es einfach nochmal für uns!Und dieser Salon ist wunderbar für alle, die allzu lange Konzerte nicht mögen!