Salon 201

Bellum Justum – neue Einsichten?

Jürgen Graff – Gibt es den gerechten Krieg?

Die Wimpel vom Salon-Fest bleiben hängen bis Silvester, habe ich beschlossen. Schon alleine, um mögliche trübe Gedanken zu verscheuchen. Denn was Jürgen Graff uns erzählt hat, lässt schon die böse Ahnung aufkommen, dass wir Menschen nicht wirklich weitergekommen sind. Immerhin haben sich schon die alten Römer darüber Gedanken gemacht, dass man erstens einen Krieg nur führen sollte, wenn er zum nachhaltigen Frieden beiträgt, und dass man zweitens anständig mit der Zivilbevölkerung umgehen sollte. Sie waren da offenbar etwas skrupulöser als die alten Griechen, die sich um beides wenig geschert hatten. Dass als guter Grund für einen Krieg wenig später festgehalten wurde, dass es ausreiche, von Gott beauftragt zu sein, gibt zu denken angesichts der Tatsache, dass sich - Aufklärung hin oder her - amerikanische Präsidenten dieser Argumentation regelmäßig anschließen. Mehr noch, wir müssen uns vor einer Art Unfehlbarkeitsdogma auf diesem Thron fürchten, nach dem Motto: Es reicht, wenn ich das will, denn ich bin ja quasi Gott. Und das auch noch bei mangelnder Impulskontrolle. Um schlaflosen Nächten vorzubeugen, driftete nach ausreichend viel Wein die Küchendiskussion dann zu später Stunde doch noch in Zukunftsgedanken anderer Art. Zum Beispiel Musik. Erinnert Euch an Ekkehart Krippendorffs Erzählung von jenem Konzert in den USA, das möglicherweise einen Krieg verhindert hat…!

Wir setzen also im Advent voll auf die Reiki- Wirkung und senden – viel gottgleichere - musikalische Botschaften über den Teich, bevor Edward nach Sydney verschwindet (fast hätte ich "auswandert" geschrieben…)!