Salon 234

Bild und Ton

Haja Molter – „Bildgebende Verfahren“ in der (Familien-)Therapie

kamen diesmal getrennt. Zuerst das Bild, dann der Ton. Die Töne waren immerhin als explizite Beziehungsbotschaften gedacht …. Haja Molter ist Freitags mit seiner Frau Inge aus Düsseldorf gekommen und hat uns zu Skulptur- und Aufstellungsarbeit in der Familientherapie informiert. Natürlich hat dieser Salon einen leichten Überschuss an Psycholog*innen im Publikum erzeugt! Und eine sehr interessante Diskussion ausgelöst: Was kann man mit Skulpturen und Aufstellungen in der Therapie anfangen, wie kann man es „anstellen“, was kann man auch anrichten, wenn man nicht ausreichend achtsam und verantwortungsbewusst mit einer mächtigen Methode umgeht? Oder gar meint, die „Wahrheit“ für sich gepachtet zu haben… Mich hat im Nachgang wie so oft die fast schon philosophische Frage beschäftigt, welchen Unterschied es macht, den „Status quo“ darzustellen… statt direkt Bewegung in die „Lösungsrichtung“ zu initiieren. Und was der Therapeut “wissen” muss, oder darf, um zur Lösung überhaupt beitragen zu können...

Und Sonntags dann erst! Relation geht vor Substanz – das gilt auch für die Musik: Wie „stehen wir zueinander“? Ein Mensch ohne Beziehung zu irgendwem oder irgendwas ist nicht „positioniert“, hat keine „Identität“, denn die ist im Nirwana nicht zu haben. Wir sind in jeder Beziehung „wer anders“. Auch in der Musik macht ein Ton ohne Bezug keine Melodie. Alles entscheidet sich in der Relation, im „Zwischen“, dem leeren Raum, in dem Laotse das „Wesen“ aller Dinge ausmacht. Vielleicht eignet sich deshalb Musik wie nichts Anderes, Beziehungen Ausdruck zu verleihen. Wir wurden vom Laguna Quartett mit der Intimität der Beziehungen von Mendelssohn zu seiner Schwester und Janacek zu seiner Camilla konfrontiert, gepackt, angezogen, geschockt, involviert, beglückt … was für ein fantastischer Abend! Ich bin so froh, dass wir diesen spontanen Salon mit diesem tollen Quartett gemacht haben – gerade direkt nach dem Salon vorher! Vielleicht doch kein Zufall. Es steht “in Beziehung”. Oder denke ich das bloß???

Immer wieder stelle ich fest: Wenn ich jemandem erzähle, was mir in meinem Wohnzimmer widerfährt, glaubt‘s mir keiner. Außer denen, die dabei waren.

Das ist wie bei denen, die mal Elfen und Trolle getroffen haben. Meine Freundin Barbara glaubt fest an Hausgeister, die die Milch umwerfen und Schabernack anstellen. Noch mehr, seit sie in Island war. Da kommen die nämlich offenbar alle her… Tamara weiß Bescheid über sie. Und die 13 Weihnachtsmänner. Ich dachte immer, es gäbe nur das Christkind und einen (!) Nikolaus. Aber ich bin bereit, mich weiterzubilden!