Salon 284

Selbstbestimmt

Dora Heinze, Onute Gražinytė und Edward King – Weihnachten 1989 im Jahr des Mauerfalls – der Film; direkt davor: Kurzes Konzert

waren die Menschen in der DDR ja an vielen Stellen nicht. Ob sie es nach dem Mauerfall mehr sind? Wie haben sie das Ganze gerade an Weihnachten empfunden? Was für ein interessanter Salon mit Doras Film – die Erinnerungen, persönlichen Schilderungen, Lebensberichte – das war Gesprächsstoff für den ganzen Abend! Tatsächlich wie eine Weihnachtsüberraschung: So viele neue Perspektiven, und so Vieles, was man sich nicht so vorgestellt hätte- wie z.B. das Interview mit dem Pfarrer über seinen Adventsabend mit Egon Krenz. Onute und Eddy sind sowieso wie ein Weihnachtsgeschenk, die können einen nur verzaubern. Wir wissen ja, dass der Salon Glück bringt, herzlichen Glückwunsch an Eddy King zur Berufung in Augsburg!!! Eddys Sorge, dass die rumänischen Volkstänze von Bartok mit Geige besser klingen als mit Cello, fanden wir alle überhaupt nicht . Einfach toll, dass wir sie gerade vorher mit Sinn gehört hatten! Wiedererkennung und doch ganz anders – von dieser Musik kann man eh nicht genug kriegen. Wir können nur hoffen, dass Onute und Eddy von Augsburg öfter mal hier her finden und vielleicht irgendwann wieder für uns spielen! Das war eine tolle Kombination.

Also, mit dem Mauerfall hat angeblich die Selbstbestimmung in Deutschland zugenommen, und Eddy und Onute ziehen auch ganz selbstbestimmt nach Augsburg, was sie als Bürger der DDR nicht gekonnt hätten. Es gibt aber noch viele Bereiche, die von der Selbstbestimmung ausgeschlossen sind. Zum Beispiel das Thema Sterben. Das Salonpublikum ist ja schon in die Jahre gekommen, aber dieser Salon ist keineswegs nur für die Älteren spannend, ganz im Gegenteil...