Ja, mach nur einen Plan! Sei nur ein großes Licht! Und mach dann noch'nen zweiten Plan, Gehn tun sie beide nicht. (Brecht) Es geht aber. Opposition ist zu easy, und Brecht war sowieso ein Opportunist. Denn planlos ist ja wohl nicht die Alternative! Interessant wäre, nicht nur nach Umsetzbarkeit, sondern vor allem auch nach den Kriterien für die Pläne zu fragen. Die kosmische Ordnung und ihre Verbindung zur Geometrie, Kreise und Quadraten (was Harald uns dargestellt hat)? Militärische Effizienz oder die Demonstration von Macht und Einfluss, die Selbstdarstellung als Architekt (Jutta zum Thema Planstädte)? Oder tatsächlich die Lebensinteressen von uns allen (Jutta zum Thema Stadtplanung heute)? Das wäre doch mal was. Zum Beispiel nach dem Krieg: Autogerecht (Essen) oder an Lebensqualität orientiert (Münster)? Saarbrücken war mal wunderschön. Heute zerstört die laute Autobahn alle Lebensqualität am Fluss. Die heutigen Herausforderungen wie Mobilität, Klimawandel und Wohnungsknappheit brauchen neue Lösungen. Und das geht, wie Städte wie Kopenhagen oder Utrecht es uns vormachen, und es ginge auch bei uns mit einer anderen Politik. Na, unserem Bürgermeister gehört jedenfalls frei nach Brecht endlich mal auf den Hut gehauen. Die vielen positiven Beispiele, die wir nach dem tollen Vortrag von Jutta und Harald diskutiert haben, machen Mut für (häufig dezentrale!) Lösungen. Bin ich nur nicht aktiv genug, oder stimmt es einfach: Für dieses Leben sind wir nicht schlau genug, gut genug, nicht schlecht genug, nicht anspruchslos genug… So Brecht. Da hören wir uns doch mal an, was andere Leute übers Leben zu sagen haben!