Salon 174

Ach, Bach ...

Jens Johler mit Katja Sandschneider – Die Stimmung der Welt

So einer könntest Du also gewesen sein! Einer, der mit frivolen Opernsängerinnen knutscht, in Mathe eine As war, philosophische Debatten führte – so richtig aus Fleisch und Blut?

Das ist ja nicht gerade unwahrscheinlich, auch wenn Du für uns so un-vorstellbar bist. Womöglich hast Du in jungen Jahren sogar einigermaßen gut ausgesehen, irgendwoher müssen ja auch die 20 Kinder gekommen sein. Jens Johler hat sich in Dich eingeloggt. Und zwar nicht, wie er uns erklärte, wie ein Biograph, sondern eben wie ein Romancier. Von innen. Er ist mit Dir losgezogen und hat Deine Entscheidungen nachvollzogen, rekonstruiert, neu erfunden, ist mit Dir von Sophie geküsst worden, hat die Fassungslosigkeit über die Kritik von Böhm und Erdmann geteilt, mit Werckmeister um die Preisgabe seines Geheimnisses verhandelt, mit Maria Barbara und Anna Magdalena um Deine toten Kinder getrauert, hat Deine Hoffnungen, Deine Verzweiflung und Deine Höhenflüge geteilt. Wir haben Dich neu entdeckt!

Und weil alles verbunden ist, vor allem im Salon, werden wir die Sache mit dem temperierten Menschen und der künstlichen Welt weiterverfolgen – spätestens wenn Sebastian uns was über Robotik erzählt. Zum Glück hat Katja uns Deine Musik in Erinnerung gebracht – persönlich habe ich Dich wegen Deiner Musik immer für einen Romantiker gehalten, an Kanäle und Roboter habe ich dabei noch nie gedacht, obwohl es deine Musik tatsächlich auch in der Version seelenlos - vollelektronisch gibt. Nicht mal dann ist sie schlecht, aber wer will schon mit einem Avatar leben...

Wir nicht. Wir nehmen die Echten! Und die kommen pronto, am Samstag gleich im Sixpack! Der Quintenzirkel wird im zweiten Teil der Veranstaltung um einen Kontrabass erweitert, dann fällt das Pythagoras-Komma gar nicht mehr auf! Das Grande Sestetto ist übrigens eine Bearbeitung der SInfonia Concertante!