denke ich manchmal. Ich würde mir das nämlich auch nicht glauben, und wie so oft dachte ich beim letzten Salon: Kneif mich mal einer, das träume ich jetzt bloß, dass gerade dieses Wunder in meinem Wohnzimmer geschieht. Wenn ich jetzt nach dem Konzert des Berlin Tokyo String Quartet schon wieder schreibe, dass es atemberaubend war, und diejenigen, die nicht dabei waren, denken, dass ich halt zu übertriebenem Enthusiasmus neige und in meinen Superlativen bisschen inflationär bin, dann fragt doch einfach die Andern! Nein, ich übertreibe keinesfalls: Der Bach hat sofort klargestellt, wer da spielt. Die Mikroludien von Kurtag und Bartok Nr. 4 , vermutlich eines der schwierigsten Quartette überhaupt, haben uns schlicht die Sprache verschlagen. Beethoven sowieso. Wir waren ja das Generalprobenpublikum für die Japan-Tournee – und alle waren sich einig, dass dieses Quartett die Bühnen für sich erobern wird. Amazing. Outstanding. Fantastic – das waren die Kommentare gerade auch der Profis. Das Schönste für uns: Sie kommen vielleicht noch in diesem Jahr mit einem Quintett-Programm wieder ... toll für uns, wenn wir für sie tatsächlich nochmal Generalprobenpublikum sein dürfen.
Mit Jason Steigerwalt und Andrew Crooks gibts noch mal Musik, bevor wir uns wieder anderen Themen zu wenden. Keine Generalprobe diesmal, sondern ein Farewell für Jason. Wenigstens vorläufig. Aber auch ein Wiedersehen - mit Andrew Crooks, denn der ist gerade zu Besuch. Er ist nach seiner Zeit als „Chorus Master“ an der Komischen Oper für eine Professur in die USA zurückgekehrt, und Jason wird sich nun ebenfalls in seine alte Heimat verabschieden. Er fliegt zwar nicht zum Mond, aber doch sehr weit weg…Wie schön deshalb, dass wir die beiden hier bei uns nochmal zusammen hören können!