Salon 254

Schlag auf Schlag

Nerida Quartett – Konzert

haben wir tolle Konzerte im Salon – kein Hard Rock bisher , auch wenn der Beat ziemlich krass ist – aber das kann ja noch kommen. Die Garderobe war wieder angedübelt, gut so, denn das wunderbare Nerida Quartett hat trotz ungewöhnlicher Uhrzeit etliche Wintermäntel in den Flur katapultiert, der Kracher blieb aus! Und schon wieder… es war so schön, viel zu schön um es sich entgehen zu lassen. Immer wieder frage ich mich: Wie kann man so jung sein und so spielen…? Zuerst das zugängliche, aber doch ungewöhnliche Harfenquartett von Beethoven– und dann – nicht zu toppen - Ligetis Metamorphosen, die dem Quartett wie auf den Leib geschrieben schienen. Wie fremd und merkwürdig ist diese Musik, wenn man sie im Radio hört oder aus 50 m Abstand im Konzertsaal, und wie packt sie einen, wenn man fast körperlich hineingezogen wird, in die unfassbare gemeinsame Konzentration, die Power, das Zusammen-Atmen… Phänomenal!

Genau das - „Nah dran“ – macht die Konzerte und alles Andere im Salon aus, und genau das verfolgt auch Johanna Ruppert als künstlerische Leiterin des Festivals „Klassik nah dran“, das jungen Leuten durch ungewöhnliche Konzertformate diese Art von Musik nahebringen möchte. Mit ihrem Quartett aus der gleichen Generation wie die Neridas bestreitet sie den nächsten Salon: Erst Mitte 92-95 geboren, heimsten alle Quartettmitglieder bereits viele Preise und Stipendien ein, spielten unter Dirigenten wie Simon Rattle , Zubin Mehta oder Gustavo Dudamel, mit Sängern wie Diana Damrau, lernten bei Quartetten wie Artemis oder Mandelring und spielen Kammermusik an Orten wie der Staatsoper, der Elbphilharmonie - und eben im wichtigsten und allerberühmtesten Konzertsaal der Welt : In der Karl-Marx-Straße 162 in Neukölln!